Woran würde man den Unterschied zwischen einem Designerladen und einer Billigkette erkennen, wenn die Kleidungsstücke keine Preisschilder tragen würden?
Auf der einen Seite natürlich am Klientel, welches ein Geschäft frequentiert, denn in Designerläden gehen im Normalfall nur gut situierte Damen der Gesellschaft, denn für das normale Fußvolk sind die Preise jenseits von Gut und Böse.
Gesetz der utopischen Annahme, in den Läden würden sich keine Kunden aufhalten, woran würde man dann erkennen, in welcher Art von Geschäft man sich gerade befindet?
Versuchen wir es mit der
Ladenausstattung. Natürlich kann an manchen Kleidungsstücken erkannt werden ob sie Designerware sind oder nicht, aber wenn sie nicht von den berühmten Namen ihrer Schöpfer geziert würden, wäre die Unterscheidung kaum mehr möglich, denn auch Designerlabels lassen ihre Produkte, wie Billigläden in dritte Welt Ländern erzeugen und leider ist auch die Qualität bei teuren Stücken nicht unbedingt eine Offenbarung.
Betrachten wir also die Ladenausstattung. Bei noblen schicken Geschäften sollte doch darauf geschlossen werden könne, dass sie einiges in den
Ladenbau investieren, viel Wert auf hochwertige Einrichtungsgegenstände legen und auf ein elegantes Design achten.
Bei genauem hinsehen kann allerdings schnell festgestellt werden, dass sich die Ladenausstattung vieler Designerläden nicht im Mindesten von der eines H&Ms unterscheidet.
Durch genauere Betrachtung der H&M Einrichtung kommt man schnell zu der Ansicht, dass H&M viel Wert auf Ladenbau und Ladenausstattung legen muss, denn die Geschäfte sind alle elegant und stilvoll eingerichtet und unterscheiden sich kaum von ihrer teureren Konkurrenz.
So gesehen ist es eigentlich völlig egal in welcher Art Geschäft eingekauft wird. Rein rational betrachtet ist es doch völlig irrelevant welchen Name oder welche Marke ein Kleidungsstück trägt. Schließlich ähneln sich Billig- und Exklusivläden sogar in solchen Kleinigkeiten wie der Ladenausstattung so sehr, dass es keinen Unterschied macht wo gekauft wird.
Auch der neueste Trend, Designer kreieren Kollektionen für Billigläden, führt zu einer weiteren Vermischung.
Guter Stil hängt schließlich weder von Geld noch von Marken ab. Stil kann man nicht kaufen. Man hat ihn oder eben nicht.
Klaus Hochreiter
klaus_hochreiter[at]aon.at
Veröffentlicht am: 07.11.2007 um 19:32:45 von
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