Schlummerndes Potenzial
Die deutsche Arbeitsmarktentwicklung zeigt in den letzten Jahren einen Aufwärtstrend, was die Zahl der Beschäftigten angeht, jedoch einen Seitwärtstrend, wenn man die Qualität dieser Zahlen betrachtet. Es muss hier betont werden, dass es seltener sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen sind, die besetzt werden. Neben dem klassischen ersten Arbeitsmarkt hat sich ein zweites Beschäftigungsfeld entwickelt: der 2.Arbeitsmarkt, charakterisiert durch staatliche und von den jeweiligen Kommunen subventionierte Stellen, meist in gemeinnütziger Funktion, gewinnt der Arbeitsmarktentwicklung ein freundlicheres Bild ab, obwohl die Vollzeitstellen nicht überproportional an dieser Entwicklung teilhaben. Weiterhin zeichnet sich auf dem Arbeitsmarkt ein Trend ab, der viele neue Stellen im so genannten Niedriglohnsektor wachsen sieht. Neben einer Statistikverschönerung bleibt die Abhängigkeit der Arbeitnehmer mit 'Billiglohn' von staatlichen Transferleistungen.
Durch die Freizügigkeitsregelung innerhalb EU können beispielsweise auch nicht-deutsche Handwerker und Dienstleister ihre Dienste anbieten, und dies zu meist weitaus günstigeren Preisen als einheimische Betriebe. Somit ist die jeweilige nationale Arbeitsmarktentwicklung auch immer ein Produkt der gesamteuropäischen Entwicklung und die Arbeitsmärkte der einzelnen Staaten sind gezwungen so flexibel wie möglich auf diese Entwicklungen zu reagieren. Andererseits sind es eben nicht nur ausländische Arbeitskräfte, die den deutschen Arbeitsmarkt beleben. Auch deutsche Fachkräfte verlassen immer häufiger ihre Heimat, um sich im europäischen Nachbarland einen (besseren) Zugang zum Arbeitsmarkt zu verschaffen. Weiterhin zeichnet die Arbeitsmarktentwicklung ein neues Bild, was die Vermittlung älterer Arbeitssuchender angeht. Mehr und mehr Betriebe setzen mittlerweile gezielt auf die Erfahrung und Routine jener Arbeitnehmer und einmal eingestellt, strafen diese all jene Lügen, die ihnen aufgrund ihres Alters Flexibilität und Lernfähigkeit, Reise- und Umzugsbereitschaft absprachen.
Philipp Rüger
philipp.rueger[at]one-internet.de
Veröffentlicht am: 17.08.2007 um 15:54:58 von
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