Kinder & Familie

» Was macht eigentlich ein Modist?

Schaut man sich die beliebtesten Ausbildungsberufe heutzutage an, gehört der Beruf des Modisten/ der Modistin wohl eher nicht mehr zu den Top 10. Heute liegen Berufe, wie Kaufmann / Kauffrau im Einzelhandel, Koch oder Kraftfahrzeugmechatroniker im Trend. Dabei hat der Beruf des Modisten eine sehr lange Tradition. Schon im 14. Jahrhundert wurden Hutmacher, so bezeichnete man früher diese Tätigkeit, ausgebildet. Obwohl man diese Tätigkeit auf den ersten Blick wohl eher im Bereich der Fortbildungen oder Spezialisierungen für Modedesigner angesiedelt hätte. Sei es drum es ist ein Ausbildungsberuf. Noch dazu einer, der handwerkliches Geschick mit Kreativität und einem Faible für Kopfbedeckungen verbindet. Der Modist / die Modistin entwirft und fertigt also Kopfbedeckungen für die Dame und den Herrn.

Dieser Beruf lässt einem viel kreativen Spielraum und ist so abwechslungsreich wie die Mode selbst. Und Beispiele für ausgefallene Kopfbedeckungen gibt es genug, man braucht nur mal Sonntags mit seinen Partner auf die Rennbahn zu gehen und schon kann man sich die geballte Kreativität der Modisten und ihrer Kundschaft anschauen. Beim Entwurf kommt es nicht nur auf die ausgefallene Form an. Die Gestaltung von individuellen Kopfbedeckungen verlangt auch nach einer gewissen Sensibilität für die Persönlichkeit, das Aussehen, die bevorzugte Kleidung der jeweiligen Kunden. Da kommt es auf das Gesamtkonzept an. Ein Kopfbedeckung ist auch immer ein Ausdruck von Individualität und muss dem Anlass entsprechend sein, mal poppig, mal frech, flippig oder klassisch elegant. Der Anlässe gibt es viele. Neben dem kreativen Aspekt verlangt der Beruf des Modisten auch nach handwerklichem Können. Das Zuschneiden, das Formen und das Nähen von Materialen, wie Filz, Stoff, Seide oder Leinen, gehören zum Aufgabenbereich. Die Ausbildung dauert drei Jahre und kann mit jedem gängigen Schulabschluss begonnen werden. Leider ist die Vergütung der Ausbildung nicht besonders attraktiv, während es im ersten Lehrjahr ca. 150 Euro Vergütung gibt, steigert sich dies bis zum dritten Lehrjahr nur um magere 100 Euro. Also Hut ab vor den Menschen, die davon leben können.

Torsten Maue
torsten.maue[at]gmail.com




Veröffentlicht am: 08.10.2007 um 12:25:32 von tmaue

Diesen Artikel verlinken:

Artikel Bookmarken:
Mr. Wong | digg | del.icio.us | SocialBook | www.Mal1.de