Kinder & Familie

» Nichts vergessen

Viele Kinder werden erzogen, indem auf sie häufig mit erhobenem Zeigefinger eingeredet wird. Um später möglichst schnell Erfolg zu haben, wird sehr früh auf entsprechende Bildung und Kurse Wert gelegt. Klavier, Geige, Ballett, Tennis, Reiten, Sprachkurse usw., nichts wird dem Zufall überlassen, der Tag des Kindes ist perfekt geplant. In anderen Fällen brauchen sich die Kinder überhaupt keine Sorgen darum machen. Um alles andere übrigens auch nicht. Computer, Fernseher, Spiele-Konsolen und reichlich Süßigkeiten machen das Kinderleben so richtig schön angenehm. Wirklich? Wie war das in der eigenen Genration? Man hatte Sport, Astro-Kurse, Chemie-Baukästen, die ersten Tele- und PC-Spiele waren auch schon geboren, Fernsehen gab es auch.



Und trotzdem. Es scheint, als hätte man früher gelebt. Trotz Kursen und Vereinen hatte man Zeit zum Spielen. Trotz Fernsehen und ähnlichen Dingen, war man fast immer mit dem Fahrrad unterwegs. Man brauchte niemandem ein Smiley simsen, denn das eigene Grinsen konnte in Echtzeit, live erlebt werden. Eltern spielten noch selbst mit ihren Kindern und überließen das nicht ballernden PC-Figuren. Interessen und Vorlieben wurden gemeinsam entdeckt und gefördert. Haben die Eltern von heute ihre Kindheit vergessen? Wenn man - zumindest ein wenig- bei der Erziehung Kind bleibt und sich an sich selbst und die eigenen Wünsche und Erlebnisse erinnert, hört man vielleicht weniger, dass Kinder ihren Eltern fremd werden.

Silvia Kühn
kuehn[at]trendmile.com




Veröffentlicht am: 16.05.2008 um 15:09:19 von silvie

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