Die Gnadenhochzeit wird nach 70 Ehejahren gefeiert und ist deshalb ein sehr seltenes Ehejubiläum.
Gnadenhochzeit? Was ist das denn? Ich kenne die Silberhochzeit und Goldene Hochzeit. So oder so ähnlich werden die Meisten reagieren, wenn sie von diesem doch äußerst seltenen Ereignis hören. Die Gnadenhochzeit, die regional auch Platinhochzeit, Kupferhochzeit oder auch Steinerne Hochzeit genannt wird, begehen Eheleute, wenn sie 70 Jahre verheiratet sind. Siebzig Jahre – was für eine Zahl. Kein Wunder also, dass dieser Ausdruck nicht so geläufig ist wie die
Silberhochzeit – sie wird nach 25 Jahren Ehe gefeiert – oder auch die Goldhochzeit für 50 Jahre Ehe.
Da Paare, die so eine lange Ehezeit hinter sich haben, von heute aus gerechnet bereits vor dem zweiten Weltkrieg ihre
Hochzeit gefeiert haben, ist es oftmals so, dass nicht mal mehr ein Hochzeitsfoto vorhanden ist. An wichtige Details wie das Aussehen des Brautkleides kann sich meist die Jubel-Braut noch genau erinnern. Was es zu Essen gab oder wie viele Hochzeitsgäste eingeladen waren, wissen dagegen nur noch die wenigsten.
Auf die Frage an einen Jubilaren, der das seltene Fest der Gnadenhochzeit feiern durfte, ob es denn ein besonderes Rezept für eine 70-jährige Ehe gäbe, antwortete er dies: „Lassen Sie Ihrer Frau möglichst oft Recht, dann gibt es wenig Streit.“ Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
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Georg Wittmann
werbg[at]vr-web.de
Veröffentlicht am: 07.01.2008 um 13:47:16 von
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