Private Krankenversicherungen (PKV) gibt es in Deutschland seit vielen Jahren. Sie sind für bestimmte Bevölkerungsgruppen eine Alternative zu den gesetzlichen Krankenkassen. Die Gesundheitsreform 2007 brachte allerdings einige Änderungen, die den PKV-Lobbyisten so gar nicht gefallen wollen.
Eigentlich hätte alles viel "schlimmer" kommen können. Hätte Rot-grün die letzte Bundestagswahl gewonnen, dann gäbe es jetzt möglicherweise keine privaten Krankenversicherungen mehr. Die einen fänden das erstrebenswert und weisen auf eine sich entwickelnde Zwei-Klassen-Medizin hin. Die anderen halten die PKV für den einzigen Zweig im Gesundheitswesen, der wirklich erfolgreich arbeitet.
Da aber die Bundestagswahl ganz anders ausging, haben die privaten Krankenversicherungen überlebt. Allerdings mussten von den Versicherungen Kröten geschluckt werden.
Private Krankenversicherungen gehen vor Gericht
Geht es nach dem Verband der privaten Krankenversicherungen, dann waren es deren zu viel. Der Anstieg der Versicherungspflichtgrenze, der so genannte Basistarif und die zunehmenden Angebote von Zusatzversicherungen der gesetzlichen Konkurrenz will man nicht hinnehmen. So wurde der Gang nach Karlsruhe organisiert, an dem sich die meisten privaten Krankenversicherungen auch beteiligten. Das Bundesverfassungsgericht muss nun entscheiden, ob die Auswirkungen der Gesundheitsreform 2007 rechtens waren bzw. sind.
Zulauf in die privaten Krankenversicherungen abgeschwächt
Die Zukunft der privaten Krankenversicherungen entscheidet sich damit also auch vor Gericht. Denn wird die Klage abgelehnt, so dürfte sich der ohnehin nachlassende Zulauf in die PKV weiter abschwächen. Bekommen die privaten Krankenversicherungen aber Recht - und sei es nur zu Teilen - dann stehen maßgebliche Pfeiler der Gesundheitsreform wieder zur Diskussion. Die große Koalition hätte dann ein Problem, das sie längst geglaubt hatte gelöst zu haben. Insofern darf man auf das Urteil der Karlsruher Richter sehr gespannt sein.
Mr. Wong |
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